IP/09/266 Brüssel, den 16. Februar 2009Gute Fortschritte der EU-Mitgliedstaaten bei der Abschaltung des analogen terrestrischen FernsehensEuropa ist beim Übergang vom analogen zum digitalen Fernsehen weltweit führend. Die Europäische Kommission verfolgt ein koordiniertes Konzept für die Freimachung von Funkfrequenzen und deren künftige Verwendung, weil sie sicherstellen möchte, dass die EU-Bürger in den Genuss der Vorteile des digitalen Fernsehens kommen, darunter ein immer breiteres Spektrum an interaktiven Fernsehdiensten (z. B. hochauflösendes Fernsehen oder Film auf Abruf) auf mehreren Übertragungsplattformen, die sich auf terrestrische Netze, Kabelnetze, Satellitensysteme, das Internet sowie Mobilfernsehnetze stützen. Um dies zu ermöglichen, schalten die Mitgliedstaaten frequenzintensive analoge Übertragungen zunehmend ab und gehen zum digitalen Rundfunk über. Insgesamt sind bei der Einstellung des analogen terrestrischen Fernsehbetriebs in Europa bereits große Fortschritte zu verzeichnen. In fünf Mitgliedstaaten (Deutschland, Finnland, Luxemburg, Schweden und Niederlande) ist die Abschaltung bereits vollzogen, und bis 2010 sollte dieser Prozess in der gesamten EU weit fortgeschritten sein. Den Prognosen zufolge sollten alle Mitgliedstaaten das Ziel der EU einer vollständigen Abschaltung des analogen Fernsehens bis 2012 erreichen. „Immer mehr Europäer genießen die Vorzüge des digitalen Fernsehens. Einige Mitgliedstaaten sind beim Übergang vom analogen terrestrischen Rundfunk zum Digitalfernsehen zweifellos weltweit führend“, erklärte die für Telekommunikation und Medien zuständige Kommissarin Viviane Reding. „Der Übergang von der Analog- zur Digitaltechnik verläuft in Europa – vor allem im Vergleich mit anderen Regionen – planmäßig und zügig. Ich bin zuversichtlich, dass in den nächsten zwei Jahren noch weitere EU-Mitgliedstaaten sich der Vorhut der Staaten anschließen werden, die bereits vollständig im digitalen Zeitalter angekommen sind. Das bedeutet, dass eine große Menge an Frequenzen für neue Fernseh- und Drahtlosdienste verfügbar wird — vorausgesetzt, Europa trifft rasch die richtigen Entscheidungen. Abgestimmte Entscheidungen über die Nutzung der so genannten digitalen Dividende sind für eine baldige Erholung der europäischen Wirtschaft von zentraler Bedeutung.“ Der digitale Rundfunk bietet bessere Bild- und Tonqualität, besseren Empfang mit mobilen Geräten, mehr Fernseh- und Hörfunkprogramme sowie bessere Informationsdienste (z. B. Programminformationen auf dem Bildschirm). Da das Frequenzspektrum durch die Digitaltechnik effizienter genutzt wird, entstehen freie Kapazitäten für neue Anwendungen, z. B. hochauflösendes Fernsehen, Mobilfunk oder drahtlose Breitbanddienste in ländlichen Gebieten. Dies dürfte der Innovation Impulse verleihen, Wachstumschancen in der Telekom- und Medienbranche eröffnen und einen Beitrag zu den in Europa unternommenen Anstrengungen zur Förderung der konjunkturellen Erholung leisten. Die Kommission erarbeitet derzeit ein gemeinsames Konzept zur Nutzung der durch die Umstellung auf Digitaltechnik frei werdenden Frequenzen, um den größtmöglichen Nutzen für den EU-Binnenmarkt mit seinen 500 Millionen Bürgern zu erzielen. In 21 Mitgliedstaaten (Österreich, Belgien, Bulgarien, Tschechische Republik, Dänemark, Deutschland, Estland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Ungarn, Italien, Litauen, Luxemburg, Lettland, Malta, Niederlande, Finnland, Schweden, Slowenien, Vereinigtes Königreich) wurde der digitale terrestrische Rundfunk bereits eingeführt und eine Teilversorgung des Staatsgebiets erreicht. Fünf weitere Mitgliedstaaten (Zypern, Irland, Polen, Portugal und die Slowakei) haben angekündigt, dass spätestens 2010 digitale Dienste angeboten werden. Rumänien hat diesbezüglich noch keine Pläne. In Luxemburg, den Niederlanden, Finnland, Schweden, Belgien (Region Flandern) sowie in großen Teilen Österreichs wurde die Abschaltung des analogen terrestrischen Fernsehens bereits vollzogen. In den übrigen Gebieten Österreichs, in Estland, Dänemark, Spanien, Malta und Slowenien erfolgt sie spätestens Ende 2010. In Belgien (Region Wallonien und Brüssel), Bulgarien, Zypern, der Tschechischen Republik, Griechenland, Frankreich, Ungarn, Italien, Litauen, Lettland, Portugal, Rumänien, der Slowakei und dem Vereinigten Königreich wird das analoge terrestrische Fernsehen zwischen Ende 2010 und Ende 2012 abgeschaltet. In Polen soll die endgültige Abschaltung spätestens 2015 erfolgen.GruppeMitgliedstaatenA (Abschaltung vollzogen)BE (Flandern), DE, FI, LU, NL, SEB (Abschaltung spätestens Ende 2010)AT, DK, EE, ES, MT, SIC (Abschaltung spätestens Ende 2012)BE (Region Brüssel), BG, CY, CZ, EL, FR, HU, IT, LT, LV, PT, RO, SK, UKDie USA haben die Einstellung des Analogbetriebs auf den 12. Juni 2009 verschoben. Japan plant die Abschaltung für Juli 2011, Südkorea für Ende 2012, Australien für 2013, Indien und Russland für 2015.Für das digitale terrestrische Fernsehen wird in Europa die DVB-Technik verwendet. Die Europäische Kommission setzt sich für die Nutzung von DVB-Normen in der EU und weltweit ein (IP/08/451). Weitere Informationen: Informationen der Mitgliedstaaten zur geplanten Umstellung können unter folgender Adresse abgerufen werden: http://ec.europa.eu/information_society/policy/ecomm/current/broadcasting/switchover/national_plans/index_en.htmDie Mitteilung über die Beschleunigung des Übergangs vom analogen zum digitalen Rundfunk ist zu finden unter: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:52005DC0204:DE:NOT Die Mitteilung zur digitalen Dividende ist hier zu finden: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:52007DC0700:DE:NOT