IP/09/276 Brüssel, 18. Februar 2009EU-Hotline 116000 für vermisste Kinder funktioniert in fünf MitgliedstaatenVor zwei Jahren reservierte die Europäische Kommission die Nummer 116000 als EU-weite gemeinsame Hotline für vermisste Kinder (IP/07/188) und rief die Mitgliedstaaten auf, diese Nummer einzurichten. Während die Nummer 116000 nur in Ungarn funktionierte (IP/08/1129), haben nach wiederholten Aufforderungen der Kommission jetzt alle EU-Mitgliedstaaten die Nummer den Hotline-Anbietern öffentlich zugänglich gemacht. Die Nummer wurde auch Anbietern in neun Mitgliedstaaten zugewiesen (gegenüber sieben im vergangenen Jahr). Über die Rufnummer 116000 steht jetzt in fünf Ländern (Griechenland, Niederlande, Portugal, Rumänien und Ungarn) ein funktionierender Dienst zur Verfügung. Demnächst wird das in zwei weiteren Ländern der Fall sein (Belgien und Slowakei). Nachdem die Kommission genau darüber gewacht hat, dass die Nummer in den EU-Mitgliedstaaten reserviert wird, wie es das EU-Recht verlangt, fordert die Kommission die Mitgliedstaaten nun erneut auf, potenzielle Betreiber der Hotline 116000 zu unterstützen und entsprechend anzuleiten, damit Eltern und Kinder im Ernstfall überall in Europa die Nummer 116000 anrufen können. „Es ist eine gute Nachricht, dass die Hotline 116000 jetzt in Griechenland, den Niederlanden, Portugal, Rumänien und Ungarn funktioniert. Ich hätte jedoch von anderen Mitgliedstaaten ein ehrgeizigeres Handeln erwartet. Wenn es um die Sicherheit unserer Kinder geht, ist kein Platz für Lässigkeiten,“ so Viviane Reding, EU-Kommissarin für Telekommunikation. „Ich appelliere an die Mitgliedstaaten, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und die Diensteanbieter über die Verfügbarkeit der 116er-Nummern zu unterrichten, damit wir möglichst bald EU-weit funktionierende Hotlines haben. Neben den rechtlichen Verpflichtungen – die ich weiterhin mit Nachdruck durchsetzen werde – besteht gegenüber den Eltern und Kindern in Europa auch eine moralische Verpflichtung.“ Am heutigen Tag war die EU-Hotline 116 000 EU für vermisste Kinder in fünf EU-Mitgliedstaaten in Betrieb (Griechenland, Niederlande, Portugal, Rumänien und Ungarn). In diesen Ländern wurde die Nummer Anbietern zugewiesen, die in der Lage sein müssen, Anrufe professionell, kostenlos und landesweit rund um die Uhr zu bearbeiten. In Ungarn wurden seit Einführung der Nummer 116000 monatlich etwa 40 000 versuchte Anrufe verzeichnet, von denen die ungarische Hotline Kék Vonal jeden Monat ungefähr 6000-7000 beantworten kann. Letztes Jahr zeigte sich der Mehrwert der Rufnummer 116000 in einem grenzüberschreitenden Fall elterlicher Entführung. In Belgien entführte ein Vater seine drei Töchter im Alter von 7, 10 und 14 Jahren und versteckte sie neuneinhalb Monate unter sehr schlechten und gefährlichen Bedingungen. Im September 2008 wurde auf Initiative der belgischen and portugiesischen Hotline 116000 für vermisste Kinder zu Beginn der Abendnachrichten im portugiesischen Fernsehkanal RTP-TV ein Aufruf zu Informationen über diese vermissten Kinder gesendet und an dessen Ende die Nummer 116000 groß eingeblendet. Nur Minuten nach der Sendung war der Fall gelöst. Die europaweite Einführung der Rufnummer 116000 würde Suchaktionen und die internationale Zusammenarbeit einfacher und effektiver machen. Die Hotlines könnten bei der Lösung grenzüberschreitender Fälle von Kindesverschwinden koordinierter zusammenarbeiten. Auch die Einführung der beiden anderen Rufnummern, 116111 (Hotline für Hilfe suchende Kinder) und 116123 (Lebenshilfe-Hotline), die im Oktober 2007 reserviert wurden, macht gute Fortschritte. Sechzehn Mitgliedstaaten (Bulgarien, Tschechische Republik, Deutschland, Dänemark, Estland, Griechenland, Finnland, Ungarn, Irland, Lettland, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden und Slowakei) haben die Rufnummer 116111 jetzt zugewiesen, im Vergleich zu zehn Mitgliedstaaten im letzten Jahr. In zwei Ländern (Zypern und Spanien) läuft das Verfahren für die Zuweisung der Nummer. Während die Rufnummer 116111 letztes Jahr nur in Ungarn in Betrieb war, kann sie jetzt in neun Mitgliedstaaten angewählt werden (Tschechische Republik, Deutschland, Dänemark, Estland, Ungarn, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei) und wird bald auch in fünf weiteren Ländern zugänglich sein (Griechenland, Finnland, Irland, Lettland und Schweden).Die Lebenshilfe-Hotline 116123 wurde Betreibern in sieben Mitgliedstaaten zugewiesen (Österreich, Deutschland, Finnland, Irland, Niederlande, Schweden, Slowenien). In Zypern läuft das Zuweisungsverfahren. Die Rufnummer 116123 funktioniert in Österreich und bald auch in drei weiteren Ländern (Deutschland, Schweden und Slowenien). Im Juli vergangenen Jahres zeigte ein Sachstandbericht der Kommission, dass die Mitgliedstaaten bisher nur geringe Anstrengungen unternommen haben, um potenzielle Betreiber über die 116er-Rufnummern zu unterrichten, und die Mitgliedstaaten wurden aufgefordert, sich stärker zu engagieren (IP/08/1129). Vor allem können die Mitgliedstaaten sich intensiver bemühen, potenzielle Dienstleistungsanbieter, die in der Regel nur geringe Kenntnisse im Bereich der Telekommunikation haben, über das Verfahren für die Zuweisung einer Rufnummer zu unterrichten, und ihnen eine einheitliche Kontaktstelle in einem Ministerium oder bei einer nationalen Regulierungsbehörde zur Verfügung stellen. Hintergrund Im Juli 2006 schlug die Europäische Kommission vor, eine gemeinsame Rufnummer zu reservieren, unter der Meldungen über vermisste Kinder aufgegeben werden können (116000) und eine weitere Rufnummer für Kinder, die Hilfe suchen (116111). Dieser Vorschlag steht in Einklang mit der Verabschiedung einer EU-Kinderrechtstrategie (IP/06/927). Am 15. Februar 2007 bzw. am 30. Oktober 2007 beschloss die Kommission, die Nummern 116000 (IP/07/188) und 116111 in allen Mitgliedstaaten zu reservieren. Dieser Beschluss verpflichtet die Mitgliedstaaten der EU, die „116er“-Nummern öffentlich verfügbar zu machen, zwingt sie jedoch nicht, die Nummer einen Dienstleistungsanbieter zuzuweisen oder die Bereitstellung des Dienstes zu gewährleisten. Weitere Informationen über mit „116“ beginnenden Rufnummern finden Sie unter: http://ec.europa.eu/information_society/policy/ecomm/current/pan_european/index_en.htm