IP/09/405 Brüssel, 16. März 2009Auf dem Weg zum europäischen Master „Übersetzen“Die Schaffung eines Netzes europäischer Master-Studiengänge „Übersetzen“ (EMT) wird das zentrale Thema einer internationalen Konferenz sein, die die Europäische Kommission am 16. und 17. März in Brüssel abhält. Dabei werden Vertreter von über 100 Hochschulen und anderen an der Übersetzerausbildung beteiligten Institutionen einheitliche Kriterien festlegen, denen Studiengänge genügen müssen, um das „EMT-Gütesiegel“ zu erhalten. Die Europäische Kommission ermuntert Hochschulen mit einem entsprechenden Ausbildungsangebot, sich diesem europäischen Verbund hochwertiger Studiengänge anzuschließen. „Wenn Hochschulen in ganz Europa hochwertige und attraktive Ausbildungsprogramme für Übersetzerinnen und Übersetzer haben, trägt dies dazu bei, dass der Kommission und den übrigen EU-Institutionen – aber auch den sonstigen Übersetzungsmärkten – stets ein ausreichendes Angebot an Fachkräften zur Verfügung steht“, sagte der für Mehrsprachigkeit zuständige EU-Kommissar Leonard Orban. Mit dem EMT-Gütesiegel sollen Master-Studiengänge ausgezeichnet werden, in denen ganz bestimmte Kompetenzen vermittelt werden. Das Vorhaben begann 2005 auf Initiative der Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission und ist seitdem in enger Zusammenarbeit mit anerkannten Hochschulexperten weiterentwickelt worden. Auf den ersten beiden EMT-Konferenzen im Oktober 2006 und im März 2008 wurde ein Paket mit den wichtigsten während des Studiengangs zu vermittelnden Standardkompetenzen geschnürt und damit die Grundlage für eine Zusammenarbeit geschaffen. Alle Hochschulen, die Übersetzerinnen und Übersetzer ausbilden und sich dem EMT-Netz anschließen möchten, können diese Standardkompetenzen in ihre Lehrpläne aufnehmen. Hierbei ist die Kommission lediglich beratend tätig; für die Ausgestaltung der Studiengänge bleiben allein die Hochschulen zuständig. Die Schaffung des Netzes wird der krönende Abschluss des seit vier Jahren laufenden EMT-Vorhabens sein, zu dem die Generaldirektion Übersetzung der Kommission den Anstoß gegeben hatte. Das Netz soll den Austausch bewährter Verfahren zwischen den beteiligten Hochschulen fördern und auf Dauer zu einer höherwertigen und stärker berufsorientierten Ausbildung sowie zur Schaffung eines wirklich europäischen Pools an qualifizierten Übersetzerinnen und Übersetzern führen. Der potenzielle Übersetzerengpass in einigen Sprachen, der kürzlich Gegenstand einer Kommissionsverlautbarung war[1], bestätigt die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Ausbildung von Übersetzungsprofis. Schwerpunkte der EMT-Konferenz 2009 werden sein:die von künftigen Übersetzerinnen und Übersetzern verlangten Schlüsselkompetenzen; die universitäre Ausbildung und die Berufsaussichten. Ziel ist hier eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Hochschulen in verschiedenen Ländern; die Kriterien für die Aufnahme in das EMT-Netz; die Vorteile einer Mitgliedschaft im Netz sowie die Pflichten von Bewerbern und Mitgliedern; die künftigen Tätigkeiten und der organisatorische Aufbau des Netzes.Die Teilnahme an der Konferenz ist nur auf Einladung möglich; die Veranstaltung kann jedoch auch im Livestream mitverfolgt werden (von Zuschauern eingesandte Fragen werden ebenfalls beantwortet): http://ec.europa.eu/dgs/translation/external_relations/universities/emt_conference2009_de.htmBewerbungsschluss für Hochschulen, die an einer Aufnahme in das EMT-Netz interessiert sind: 30. April 2009. Weitere Informationen: EMT-Konferenz 2009: http://ec.europa.eu/dgs/translation/external_relations/universities/emt_conference2009_de.htmAufruf zur Beteiligung am Netz: http://ec.europa.eu/dgs/translation/external_relations/universities/emt_network_join_de.htmGeneraldirektion Übersetzung: http://ec.europa.eu/dgs/translation/index_de.htm Sprachen in der EU: http://europa.eu/languages/de/home [1] MEMO/09/76 vom 19.2.2009.