IP/09/730 Brüssel, den 11. Mai 2009Präsidenten von Kommission und Parlament diskutieren mit europäischen Glaubensführern über ethische Beiträge für eine europäische und weltweite Wirtschafts-GovernanceAuf Einladung von Kommissionspräsident José Manuel Barroso kamen heute rund 20 hochrangige europäische Vertreter von Christentum, Judentum und Islam zu einer gemeinsamen informellen Diskussionsrunde am Sitz der Europäischen Kommission zusammen. Schirmherren des Treffens waren Kommissionspräsident Barroso und der Präsident des Europäischen Parlaments Hans-Gert Pöttering. Schwerpunktthema in diesem Jahr war die große Herausforderung für die Europäische Union und die Welt: Die Wirtschafts- und Finanzkrise und die ethischen Beiträge für eine europäische und weltweite Wirtschafts-Governance. Das auf Initiative von Präsident Barroso 2005 ins Leben gerufene jährliche Treffen zwischen den geistlichen Würdenträgern und den Präsidenten der EU-Organe fand zum fünften Mal statt. Im Zentrum der diesjährigen Gespräche stand das Thema: "Wirtschafts- und Finanzkrise: ethische Beiträge für eine europäische und weltweite Wirtschafts-Governance". Präsident Barroso erklärte: "Angesichts der voran schreitenden Wirtschafts- und Finanzkrise, wird es immer deutlicher, dass der Moment gekommen ist, die Wirtschafts-Governance mit unseren grundlegenden ethischen Werten zu versöhnen, auf die sich das europäische Einigungswerk seit mehr als 50 Jahren stützt. Die Kommission hat in dieser Hinsicht wichtige Initiativen ergriffen, vor allem zur Regulierung der Finanzmärkte, um das Gefühl für Verantwortung und Nachhaltigkeit in unseren Volkswirtschaften zu stärken." Der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, hob hervor: "Die Bürger der Europäischen Union durchleben wirtschaftlich extrem schwierige Zeiten. In Zeiten wie diesen muss Europa wieder als eine Solidaritäts- und Wertegemeinschaft in den Vordergrund gerückt werden. Die gemeinsamen Lösungen, um die wir uns bemühen, müssen sich auf die Menschenwürde stützen und gewährleisten, dass alle Teile unserer Gesellschaft berücksichtigt werden. Der Beitrag der Religionsgemeinschaften und Kirchen ist hierbei von entscheidender Bedeutung. Häufig kümmern sie sich gerade um die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft." Die Teilnehmer des Treffens begrüßten die Bemühungen der EU um Koordinierung, Förderung und Lenkung von Maßnahmen zur stärkeren Regulierung der Finanzmärkte, Wiederbelebung der Wirtschaft und Förderung der Beschäftigung in Europa und weltweit. Sie betonten ferner, dass soziale Gerechtigkeit ein vorrangiges Ziel der Politik bleiben müsse, und erinnerten daran, dass unsere Gesellschaften in einer Zeit, in der Arbeitslosigkeit und Armut auf ein beunruhigendes Niveau ansteigen, in der Lage sein sollten, gemeinsam konkrete Maßnahmen zur Begrenzung der Auswirkungen der Krise auf die Bürger zu entwickeln und umzusetzen. Schließlich unterstrichen sie ihre Bereitschaft, daran mitzuwirken, die Solidarität unter den Europäern aller Glaubensrichtungen und Überzeugungen wiederzubeleben und ein ethischeres Verhalten in der Wirtschafts- und Finanzwelt einzufordern. Teilnehmerliste: siehe MEMO/09/227