IP/09/ 840 Brüssel, den 28. Mai 2009 Europäische Fernsehsendungen und Filme belegen drei Viertel der Hauptsendezeit Filme und Fernsehsendungen „Made in Europa“ sind bei den europäischen Fernsehzuschauern weiterhin sehr beliebt. Laut einer unabhängigen Studie, die im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt und heute veröffentlicht wurde, machen europäische Werke fast drei Viertel der Hauptsendezeit der europäischen Fernsehkanäle aus. Die Präsenz europäischer Produktionen in neuen Medien wie Videoabrufdiensten ist zwar erfreulich, bedarf aber der genauen Beobachtung, damit die neuen Regeln für den audiovisuellen Bereich eingehalten werden. Diese Regeln, die für die Verbreitung europäischer Werke sorgen sollen, wurden 2007 mit besonderen Bestimmungen für die neuen Medien ergänzt und gelten ab Dezember 2009 in allen Mitgliedstaaten ( IP/08/2032 ). „Ich freue mich über das große Interesse der Fernsehzuschauer an europäischen Werken. Es verdeutlicht die europäische Vielfalt, die von der Europäischen Union mit ihrer Politik im audiovisuellen Bereich gefördert wird und für die übergroße Mehrheit der Europäer einen wichtigen gemeinsamen Wert darstellt,“ erklärte Jacques Barrot, der Vizepräsident der Kommission, der gegenwärtig auch für die Informationsgesellschaft und die Medien zuständig ist. „Aber ich bin davon überzeugt, dass wir mehr schaffen können und die Verbreitung unserer Werke noch weiter gesteigert werden kann. Wir müssen vor allem das Potenzial der Abrufdienste für die Förderung lokaler und europäischer Inhalte in ganz Europa ausschöpfen und damit die kulturelle Vielfalt und unabhängige Produktionen fördern.“ Im Zuge der heute veröffentlichten Studie wurde erstmals ermittelt, wie viel Zeit die Fernsehzuschauer mit europäischen Sendungen verbringen. In vorangegangenen Untersuchungen war dagegen nur ihr Programmanteil festgestellt worden. Die neue Studie macht deutlich, dass europäische und unabhängige Sendungen und Filme sehr beliebt sind. Im Jahr 2007 belegten europäische Sendungen und Filme 74 % der Sendezeit , zwischen 18 und 20 Uhr sogar 75,5 %, wobei 33,4 % der europäischen Sendezeit auf unabhängige europäische Produktionen entfielen. Die meisten Videoabrufdienste der Fernsehsender bieten fast ausschließlich europäische Inhalte an: Mehr als 90 % der befragten Fernsehveranstalter gaben an, dass über 75 % der Titel ihres Videoabrufkatalogs aus Europa stammen. Von den unabhängigen Videoabrufdiensten werden europäische Produktionen dagegen weit weiniger gefördert: 25 % erklärten, dass europäische Titel in ihren Katalogen weniger als 25 % der Sendezeit ausmachen. Deshalb ist es wichtig, die Angebotsentwicklung bei den Abrufdiensten in der EU zu überwachen, um ein kulturell vielseitiges Angebot zu unterstützen. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Stichprobe von Fernsehsendern und zugehörigen Diensten aus ganz Europa. Sie wurde im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt, um die Förderung europäischer Werke seitens der Fernsehveranstalter und auch der Videoabrufdienste in 30 Ländern zu untersuchen, wie dies in den Vorschriften für die audiovisuellen Medien vorgesehen ist ( MEMO/08/803 ). Sie umfasst auch Methoden zur Abschätzung der Präsenz europäischer Inhalte und der von Videoabrufdiensten getätigten Investitionen in europäische Inhalte. Schließlich werden darin Mitgliedstaaten und Videoabrufdienste dazu ermuntert, Orientierungen aufzustellen, auf deren Grundlage die Bedeutung der Inhalte „Made in Europe“ im Bereich der Abrufdienste gemessen werden kann. Hintergrund Gemäß der Richtlinie „Fernsehen ohne Grenzen“ von 1989 sind die europäischen Fernsehveranstalter verpflichtet, den Hauptanteil ihrer Sendezeit für europäische Werke und mindestens 10 % ihrer Sendezeit oder ihrer für die Programmgestaltung vorgesehenen Haushaltsmittel für unabhängige europäische Werke vorzubehalten. Im Jahr 2007 wurde durch die „Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste“ der Anwendungsbereich der Fernsehrichtlinie auf Abrufdienste ausgedehnt. Laut der neuen Richtlinie müssen die Mitgliedstaaten dafür Sorge tragen, dass Anbieter audiovisueller Mediendienste im Rahmen des praktisch Durchführbaren und mit angemessenen Mitteln die Produktion europäischer Werke und den Zugang dazu fördern. Dies kann auf verschiedene Weise erfolgen, beispielsweise durch Investitionen in die Produktion europäischer Werke und den Erwerb der Rechte daran oder durch Gewährleistung eines angemessenen Anteils oder einer herausragenden Präsenz solcher Werke in Videoabrufkatalogen ( MEMO/08/803 ). Der alle zwei Jahre von der Kommission vorgelegte Bericht über die Einhaltung dieser Verpflichtungen durch die Mitgliedstaaten, der auf den von ihnen übermittelten Informationen beruht, wird dank der heute veröffentlichten unabhängigen Studie durch eine externe Sicht ergänzt. Die Durchführung erfolgte im Auftrag der Kommission durch Attentional Limited, Oliver & Ohlbaum Associés, Ramboll Management und Headway International. Der letzte Bericht der Kommission über den Zeitraum 2005–2006 war im Juli 2008 veröffentlicht worden ( IP/08/1207 ). Der nächste Bericht über den Zeitraum 2007–2008 soll im Jahr 2010 veröffentlicht werden. Die Studie ist unter folgender Adresse abrufbar: http://ec.europa.eu/avpolicy/info_centre/library/studies/index_en.htm#eurworks Annex: Extracts from the study published today 1 full text: http://ec.europa.eu/avpolicy/info_centre/library/studies/index_en.htm#eurworks Channels still standing below the 50% European works requirement Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED Sanctions in the Member States for non-compliance with 50% European works requirement Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED Channel programme spend allocation (2007) Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED Source of acquired programmes Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED European formats broadcast in the United States Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED Types of programming offered on the broadcasters' on-demand services (2007) Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED Video on demand services across the EU Member States Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED 1 : The views expressed in the study are those of the authors. The report does not necessarily reflect the views of the European Commission, nor does the European Commission accept responsibility for the accuracy of the information contained herein.