IP/09/1238 Brüssel, den 18. August 2009 EU stellt weitere 18 Millionen Euro für das mobile Ultra-Hochgeschwindigkeits-Internet der Zukunft zur Verfügung Ab dem 1. Januar 2010 wird die EU 18 Mio. Euro in Forschungsarbeiten für die vierte Generation von Mobilfunknetzen investieren. Die Europäische Kommission hat soeben entschieden, das Verfahren zur Förderung der Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der „Long Term Evolution (LTE) Advanced-Technologie“ einzuleiten, mit der der mobile Internetzugang bis zu hundertmal schneller wird als mit dem derzeitigen 3G-Netz. Für die Branche ist LTD die erste Wahl für Mobilfunknetze der nächsten Generation – auch dank der erheblichen Fördermittel, die die EU seit 2004 bereitgestellt hat. Bereits vor 25 Jahren machte Europa den GSM-Standard zum Rückgrat des modernen Mobilfunks. Dank gemeinsamer europäischer Forschung und der Stärke des EU-Binnenmarkts wurde das GSM zu dem Standard, der heute von 80 % der weltweiten Mobilfunknetze genutzt wird. LTE dürfte ähnlich erfolgreich werden, da die von der EU geförderte Forschung nach wie vor modernste Technologien für den Alltag der Europäer hervorbringt. „ Mit den LTE-Technologien wird die Forschungskompetenz Europas auch in Zukunft weltweit den Ton bei der Entwicklung von Mobilfunkdiensten und ‑geräten angeben – so wie wir dies in den vergangenen Jahrzehnten bereits mit dem GSM-Standard getan haben ", so Viviane Reding, für Telekommunikation und Medien zuständiges EU-Kommissionsmitglied. „Mit den LTE-Technologien werden Mobilfunkgeräte zu leistungsstarken mobilen Computern. Millionen neuer Nutzer werden unabhängig von ihrem Standort mit ihren mobilen Geräten von dem Ultra-Hochgeschwindigkeits-Internetzugang profitieren. Dies schafft ungeheure Möglichkeiten und ein enormes Wachstumspotenzial für die digitale Wirtschaft“. Die „ Long Term Evolution (LTE) "-Technologie ist die modernste drahtlose Technologie, die für den mobilen Internetzugang Datenraten von bis zu 100 Mbit/s ermöglicht und damit zehnmal schneller ist als 3G-Mobilfunknetze. Sie wird derzeit in Europa von Mobilfunkbetreibern in Finnland, Deutschland, Norwegen, Spanien, Schweden und im VK getestet. Mit ihrer kommerziellen Vermarktung wird im ersten Halbjahr 2010 in Schweden und Norwegen gerechnet. Zwischen 2004 und 2007 förderte die EU mit 25 Mio. Euro Forschungsarbeiten zur LTE-Optimierung und Standardisierung (die Projekte WINNER I und II, die von einem Konsortium von 41 führenden europäischen Unternehmen und Hochschulen durchgeführt wurden). Daraus entwickelte sich das erste Konzept für eine LTE-gestützte Netzinfrastruktur. Letzten Monat beschloss die Europäische Kommission, weitere 18 Mio. Euro in die Forschungsarbeiten für eine verbesserte LTE-Version, „ LTE Advanced “, zu investieren. Im September wird die Kommission mit dem Projektkonsortium Verhandlungen über die Einzelheiten aufnehmen, darunter das Vorzeigeprojekt „ARTIST4G“, das auf den Ergebnissen der WINNER-Projekte aufbaut und einschlägige Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen aus Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien, Schweden und dem VK vereint. Starttermin für die neuen Projekte dürfte Januar 2010 sein. Die Europäische Kommission ist der Auffassung, dass die LTE- und LTE-Advanced-Technologie über ein enormes Potenzial verfügt. LTE bringt den Netzbetreibern einen enormen Kapazitätszuwachs, so dass sie mehr Nutzer mit einem schnelleren mobilen Breitbandzugang zu niedrigeren Preisen versorgen können – eine Revolution für den europäischen Mobilfunkmarkt. LTE-Advanced beschleunigt den mobilen Breitbandzugang auf 1 Gbit/s (1000 Mbit/s), so dass Nutzer unterwegs in den Genuss uneingeschränkter und anspruchsvoller Online-Dienste, wie etwa qualitativ hochwertiges Fernsehen oder Video auf Abruf, kommen können. LTE nutzt das Funkspektrum effizienter, so dass Mobilfunknetze von der sogenannten „digitalen Dividende“ profitieren und die Frequenzen nutzen können, die bei der Umstellung von analogem zu digitalem Fernsehen frei werden ( IP/09/1112 ). Die Reichweite der Signale ist größer als mit der bisherigen GSM-Technologie, weshalb weniger Antennenstandorte benötigt werden, um die gleiche Vernetzung zu erreichen, was die Landschaften in Europa schont und den Energiebedarf verringert. Mit LTE können auch bevölkerungsschwache Regionen mit mobilem Breitbandzugang versorgt und die digitale Kluft zwischen ländlichen und städtischen Gebieten verringert werden. Ende 2008 hatten 23 % der ländlichen Bevölkerung in der EU noch keinen Breitband-Internetzugang ( IP/09/1221 ). Weltweit führende Mobilfunkbetreiber und Hersteller, wie Orange, TeliaSonera, T-Mobile, AT&T, NTT-DoCoMo, Verizon, Alcatel-Lucent, Ericsson, Huawei und Nokia Siemens Networks haben sich bereits zur Nutzung des LTE-Standards verpflichtet. Marktanalysten gehen davon aus, dass die Betreiber bis 2013 weltweit nahezu 6 Mrd. Euro ($ 8,6 Mrd.) in LTE-Anlagen investieren werden. Hintergrund Der weltweite Erfolg des GSM-Standards ist das Ergebnis einer engen europaweiten Zusammenarbeit zwischen der Branche, Forschungseinrichtungen und den Gesetzgebern. In den 1980er Jahren wurde die GSM-Standardisierung im Rahmen des Instruments für die Europäische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie, einem Vorläufer der heutigen EU-Forschungsprogramme, gefördert. Die Europäische Kommission verabschiedete das GSM-Projekt und 1987 stimmten die europäischen Länder dem Kommissionsvorschlag zu, das 900 MHz-Band für GSM-Dienste freizuhalten, womit der Weg für eine zügige europaweite Entwicklung der GSM-Technologie geebnet war. Im Juli 2009 folgten die EU-Mitgliedstaaten dem Europäischen Parlament und genehmigten den Kommissionsvorschlag, die GSM-Richtlinie von 1987 zu aktualisieren und das 900 MHz-Band für andere Technologien, auch für LTE ( IP/09/1192 ), zur Verfügung zu stellen. Im Zeitraum 2007 bis 2013 wird die EU insgesamt über 700 Mio. Euro in Forschungsarbeiten für künftige Netze investieren, wovon die Hälfte für drahtlose Technologien zur Entwicklung von Netzen der vierten Generation (4G) und darüber hinaus bereitgestellt wird. EU-Forschung zu Netzen der Zukunft und LTE: http://cordis.europa.eu/fp7/ict/future-networks/ EU-Projekt „Wireless World Initiative New Radio (WINNER)“: http://www.ist-winner.org Annex LTE compared to previous mobile internet technologies Faster mobile broadband: Peak download speeds, in megabits per second Better user experience: Time it takes data to travel from user to main server and back, in milliseconds Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED Figures and graphics available in PDF and WORD PROCESSED Operator commitments to LTE Country Operator Anticipated LTE service launch France Orange 2011-12 Germany T-Mobile 2011 Ireland Hutchison 3 2011 Italy Telecom Italia Not known Spain Telefonica O2 2011 Sweden TeliaSonera 2010 Sweden Tele2 Sweden 2010 Sweden Telenor Sweden 2010 Various Vodafone Not known Australia Telstra Not known Canada Telus 2010 Canada Bell Canada 2010 Canada Rogers Wireless 2010-11 China China Mobile 2011 China China Telecom 2011-12 Hong Kong SmarTone-Vodafone Not known Hong Kong HK CSL Ltd Not known Hong Kong PCCW Not known Japan NTT DoCoMo 2010 Japan KDDI 2010 New Zealand Telecom NZ 2011-12 Norway TeliaSonera 2010 Philippines Piltel Not known South Korea SK Telecom Not known South Korea KTF Not known USA Verizon 2010 USA MetroPCS 2010 USA CenturyTel 2010 USA Aircell 2011 USA Cox 2011 USA AT&T Mobility 2011 Source: Global mobile Suppliers Association, April 2009. LTE Long Term Evolution (LTE) is the next step from current mobile technologies, such as 3G/WCDMA & HSPA. This new radio access technology will be optimized to deliver very fast data speeds of up to 100Mb/s when downloading and 50Mb/s for uploading. Designed to be backwards-compatible with GSM and HSPA, LTE incorporates Multiple In Multiple Out (MIMO) in combination with Orthogonal Frequency Division Multiple Access (OFDMA) in the downlink and Single Carrier FDMA in the uplink to provide high levels of spectral efficiency and end user data rates exceeding 100 Mb/s, coupled with major improvements in capacity and reductions in latency. LTE will support channel bandwidths from 1.25 MHz to 20 MHz and both FDD and TDD operation. LTE-Advanced LTE-Advanced extends the technological principles behind LTE into a further step change in data rates. Incorporating higher order MIMO (4x4 and beyond) and allowing multiple carriers to be bonded together into a single stream, target peak data rates of 1Gbps have been set. LTE-Advanced also intends to use a number of further innovations including the ability to use non-contiguous frequency ranges, with the intent that this will alleviate frequency range issues in an increasingly crowded spectrum, self back-hauling base station and full incorporation of Femto cells using Self-Organising Network techniques. LTE-Advanced will be 3GPP ’s technology as a candidate for the ITU-R IMT-Advanced process, which is intended to identify ‘4G’ technologies.