IP/09/1524 Brüssel, 15. Oktober 2009 Welternährungstag 2009: EU führend im globalen Kampf gegen den Hunger Der am 26. Oktober stattfindende Welternährungstag 2009 steht im Zeichen des aktiven Engagements der EU für die weltweite Verbesserung des Zugangs zu Nahrungsmitteln. Mit ihrer Zusage vom G8-Gipfel in L´Aquila, zusätzlich zu der mit 1 Mrd. EUR ausgestatteten Nahrungsmittelfazilität über 2 Milliarden EUR für den Kampf gegen den Hunger bereitzustellen, ist die EU weltweit der wichtigste Geber im Bereich der globalen Ernährungssicherheit. „Der Welternährungstag muss dazu dienen, jeden Einzelnen von uns daran zu erinnern, dass wir alles in unserer Macht stehende dagegen unternehmen müssen, dass über eine Milliarde Menschen an Hunger leiden. Um diese Herausforderung zu bewältigen, liefert die mit 1 Milliarde EUR ausgestattete EU-Nahrungsmittelfazilität rasche und konkrete Resultate, indem Kleinbauern in Entwicklungsländern Saatgut und Düngemittel zur Steigerung ihrer Agrarproduktion zur Verfügung gestellt werden. Wir werden auf den Erfahrungen aufbauen, die wir bei der Durchführung der Nahrungsmittelfazilität gewonnen haben, um dafür zu sorgen, dass auch unsere neue Zusage vom G8-Gipfel in L´Aquila bei der Bekämpfung des Hungers weltweit ebenso wirksam ist“, sagte Karel de Gucht, EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe. Weltweit leidet über eine Milliarde Menschen unter Mangelernährung – dies entspricht 15 % oder einem Sechstel der gesamten Weltbevölkerung. Diese Zahl steigt infolge der Nahrungsmittel- und Finanzkrise weiter an. Mangelnde Ernährungssicherheit stellt somit eine reale Bedrohung für die Verwirklichung aller mit der Beseitigung der extremen Armut bis 2015 verbundenen Millenniums-Entwicklungsziele (MDG) dar. Die EU hat die Ernährungssicherheit, die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung in den Mittelpunkt ihrer Hilfe für Entwicklungsländer gerückt und stellt rasch umfangreiche Hilfe bereit, um gegen den zunehmenden Hunger in der Welt vorzugehen. Ihr diesjähriges Engagement in der L'Aquila-Initiative für die weltweite Ernährungssicherheit ist ein konkretes Ergebnis dieser Strategie. Die EU wird sich mit 2,7 Milliarden EUR an dieser Initiative beteiligen und ist damit der wichtigste Beitragsgeber. Von der EU-Nahrungsmittelfazilität in Höhe von 1 Mrd. EUR sind bereits 85 % abgeflossen. Dies beweist, dass sich die EU weiterhin aktiv dafür engagiert, die Lebensbedingungen für die Ärmsten weltweit zu verbessern und ihre Versprechen zu halten. Seitdem die EU-Nahrungsmittelfazilität im Dezember letzten Jahres angelaufen ist, hat sie Schätzungen zufolge über ihre Projekte bereits mehr als 33 Millionen Menschen erreicht – und die ersten Ergebnisse sind bereits spürbar. So wurden zum Beispiel in Simbabwe 26 000 Tonnen Saatgut und Düngemittel zur Verteilung an 176 000 bedürftige Landwirte – das entspricht 10 % bis 15 % der Kleinbauern in dem Land – bereitgestellt. Diese gemeinsamen Bemühungen der EU und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) haben das Potenzial, die traditionelle Nahrungsmittelerzeugung zu verdoppeln. In Bangladesch haben dank eines gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm (WEP) durchgeführten Programms bereits 43 000 Menschen nunmehr Zugang zu Fischfangmöglichkeiten und weitere 6000 leben inzwischen in vor dem Eindringen von Salzwasser geschützten Gegenden. Presse Die Medien sind zu der folgenden Veranstaltung herzlich eingeladen: Stakeholder's Briefing von Herrn Koos Richelle, Generaldirektor des Amts für Zusammenarbeit EuropeAid zum Thema: „Erfahrungen mit der Nahrungsmittelfazilität: Reale Partnerschaft und zeitnahes Handeln“ am Donnerstag 15. Oktober von 13:00–14:00 am Info Point External Cooperation, Rue de la Loi 43, Erdgeschoss, Brüssel. Weitere Informationen und Anmeldung: http://ec.europa.eu/europeaid/infopoint/conferences/2009/10-15_foodfacility_en.htm Hintergrund: Als Reaktion auf die Krise, die durch den drastischen Anstieg der Nahrungsmittelpreise in den Entwicklungsländern entstanden ist, wurde im Dezember 2008 eine mit 1 Mrd. EUR ausgestattete Nahrungsmittelfazilität als Soforthilfe der EU für die Entwicklungsländer eingerichtet. Der Gesamtplan für die Umsetzung der Nahrungsmittelfazilität enthält eine Liste von 50 Zielländern, die über einen Zeitraum von drei Jahren unterstützt werden sollen. Im April 2009 waren bereits insgesamt 707 Mio. EUR zugewiesen worden. Im Geiste der Partnerschaft und der Effizienz erweitert und unterstützt die Europäische Kommission den bestehenden Rahmen für den politischen Dialog und fördert Investitionen zugunsten der Nahrungsmittelproduktion sowie Sicherheitsnetze von Organisationen mit besonderer Fachkompetenz im Ernährungsbereich. Die Hilfe wird somit über internationale und regionale Organisationen und über nationale Regierungen bereitgestellt. Darüber hinaus wird (voraussichtlich Ende 2009) eine mit 200 Mio. EUR ausgestattete Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für Maßnahmen von nichtstaatlichen Akteuren, Einrichtungen der Mitgliedstaaten und anderer geeigneter Durchführungspartner veröffentlicht. Näheres zu den EG-Politiken und -Strategien zur Ernährungssicherheit: http://ec.europa.eu/europeaid/how/finance/food-facility_en.htm http://ec.europa.eu/europeaid/what/food-security/index_en.htm