IP/09/1811 Br üssel, den 24. November 2009 Drittes Katastrophenschutzforum: Verbesserung der Widerstandsfähigkeit Europas gegen Katastrophen EU -Umweltkommissar Stavros Dimas wird morgen in Brüssel das dritte Katastrophenschutzforum eröffnen. Bei dieser zweitägigen Konferenz werden sich mehr als 500 Katastrophenschutzfachleute mit der Frage befassen, wie die EU-Mitgliedstaaten ihre Widerstandsfähigkeit gegen Katastrophen verbessern können. Mit dem Klimawandel könnten Häufigkeit und Schwere von Naturkatastrophen zunehmen, und Europa muss hierauf und auf andere Herausforderungen wie Terrordrohungen, Chemieunfälle und andere Zwischenfälle vorbereitet sein. Auf der Konferenz unter dem Motto „Hin zu einer widerstandsfähigeren Gesellschaft” soll über zukünftige Herausforderungen des europäischen Katastrophenschutzes, technologische Entwicklungen und die Einbeziehung der Menschen bei der Vorbereitung auf Katastrophen diskutiert werden. Hierzu erklärte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas: „Europa ist bereit, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um seine Widerstandskräfte gegen Katastrophen zu verstärken und schweres menschliches Leid zu verringern. Jedes Jahr sterben Tausende von Menschen, und eine weit größere Zahl muss mit lang andauernden Störungen des täglichen Lebens fertig werden. Allein im letzten Jahr wurden aufgrund von Naturkatastrophen weltweit etwa 20 Mio. Menschen obdachlos. Auch die finanziellen Belastungen sind beträchtlich: Durch Katastrophen entstehen Europa Kosten von schätzungsweise 15 Mrd. EUR jährlich. Dieses Forum bietet eine wichtige Plattform, um über die Herausforderungen, vor denen wir stehen, zu diskutieren und zur Stärkung unserer Vorkehrungen für die Verhütung und Reaktion auf Katastrophen beizutragen." Das Katastrophenschutzforum Im Mittelpunkt des dritten Katastrophenschutzforums steh en die Widerstandskraft und die Frage, wie Europa seine Maßnahmen zur Verhütung und Eindämmung von Katastrophen wirksamer verstärken kann. Widerstandskraft gegen Katastrophen bedeutet nicht nur die Fähigkeit, sich von einer schweren Katastrophe zu erholen, hierzu gehört auch, bereits im Planungsstadium die Voraussetzungen einzubeziehen, die notwendig sind, um Katastrophen zu widerstehen. Bei dem Forum kommen mehr als 500 Teilnehmer zusammen, um über die zukünftigen Herausforderungen für den europäischen Katastrophenschutz zu diskutieren . Drei Diskussionsveranstaltungen mit hochrangigen Rednern aus Politik, Wirtschaft und Forschung bieten die Möglichkeit zu einem offenen Ideenaustausch über Zeitpunkt und Ort der Vorbereitung auf Katastrophen, Risikowahrnehmung und Selbsthilfe unter den Bürgern sowie die optimale Strategie für das Katastrophenmanagement in Europa. Als Redner angekündigt sind u. a. Stavros Dimas, EU-Umweltkommissar, Margareta Wahlström, stellvertretende Generalsekretärin der Internationalen UN-Strategie zur Katastrophenvorsorge , und Håkan Jevrell, Staatssekretär im schwedischen Verteidigungsministerium. Parallel zu der Konferenz findet eine Ausstellung unter Einbeziehung von internationalen Partnern, Schulungseinrichtungen und innovativen Technologien statt. Zu sehen ist u. a. eine Plattform zur Erdbebensimulation aus einer Ausstellung über die Katastrophe, die sich dieses Jahr in der italienischen Stadt L’Aquila ereignet hat. Die Kommission und der Katastrophenschutz Die Kommission unterstützt und ergänzt den Katastrophenschutz auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene und betreibt das Beobachtungs- und Informationszentrum (MIC), das als Drehscheibe für die Reaktionsphase des Gemeinschaftsverfahrens für den Katastrophenschutz dient. Das Gemeinschaftsverfahren erleichtert die Zusammenarbeit bei der Katastrophenbekämpfung. 31 Länder (die EU-27 sowie Kroatien, Island, Liechtenstein und Norwegen) beteiligen sich daran. Durch dieses Verfahren lassen sich Ressourcen bündeln, die den von Katastrophen betroffenen Ländern zur Verfügung gestellt werden können. Jedes Land der Welt kann bei der EU ein Hilfeersuchen stellen. Seit der Einführung des Verfahrens im Jahr 2001 hat die EU weltweit Hilfe bei Katastrophen geleistet, so 2005 beim Hurrikan Katrina in den Vereinigten Staaten, 2008 beim Erdbeben in China und diesen Sommer bei den Waldbränden in Südeuropa. Inzwischen kommt das MIC bei mehr als 20 Notfällen jährlich zum Einsatz. Die Europäische Kommission arbeitet daran, die Krisenreaktionskapazitäten der EU zu verstärken. Diesen Sommer wurden EU-eigene Ausrüstungen erprobt: Von Juni bis September standen zwei Löschflugzeuge bereit, um die Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung von Waldbränden zu unterstützen. Die Kommission wird die Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt auswerten. Außerdem haben die Arbeiten zu einer Reihe von Vorbeugungsmaßnahmen begonnen, um ein EU-Konzept zur Verhütung von Naturkatastrophen und vom Menschen verursachten Katastrophen zu erstellen . So sollen Leitlinien zur Risikoabschätzung und der kartografischen Erfassung von Risiken entwickelt, eine sektorübergreifende Übersicht über die größtmöglichen Risiken in der EU erarbeitet und ein europäisches Netz für die Katastrophenverhütung aufgebaut werden. Hinweis für Redakteure: Das dritte Katastrophenschutzforum mit dem Titel: „Hin zu einer widerstandsfähigeren Gesellschaft” findet am 25.-26. November 2009 im Charlemagne-Gebäude der Kommission, 170 Rue de la Loi, Brüssel, Belgien, statt. Weitere Informationen zu dem Forum unter www.civilprotectionforum.eu Näheres zum Katastrophenschutzverfahren unter http://ec.europa.eu/environment/civil/