IP/09/ 1833 Brüssel, den 2 7. November 2009 Initiative zur innovativen Medizin (IMI): Kommission und Pharmaindustrie veröffentlichen zweite Aufforderung zur Einreichung von Forschungsvorschlägen für eine effizi entere Arzneimittelentwicklung Heute veröffentlichte die Technologieinitiative „Innovative Arzneimittel“ (IMI) offiziell ihre zweite Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen. Die öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Europäischen Kommission und dem Europäischen Verband der Arzneimittelunternehmen (EFPIA) bittet Forschungskonsortien um Vorschläge zu neun wissenschaftlichen Themen. Damit soll die Entdeckung und Entwicklung neuer Arzneimittel, z. B. zur Behandlung von Krebs sowie Entzündungs- und Infektionskrankheiten, beschleunigt werden. Im Rahmen der Initiative IMI sollen auch Projekte zur Verbesserung des Datenaustauschs zwischen Industrie und Wissenschaft – einem wichtigen Aspekt des Wissensmanagements – finanziert werden. Es wird erwartet, dass der Beitrag der Kommission zu dieser zweiten Aufforderung – 76,8 Mio. EUR – durch Sachleistungen der Mitgliedsunternehmen des EFPIA in mindestens gleicher Höhe ergänzt wird. Dr. Michel Goldman, Exekutivdirektor der IMI, äußerte sich hierzu wie folgt: „Durch diese zweite Aufforderung wird das Potenzial der IMI zur Unterstützung der notwendigen Innovationen erhöht und ein Beitrag zur Beseitigung der derzeit existierenden Forschungsengpässe bei der Arzneimittelentwicklung geleistet.“ Janez Poto čnik, EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung, fügte hinzu: „2004 hatten wir eine Idee, wie Europa zum Zentrum biomedizinischer Forschung werden könnte und gleichzeitig die Engpässe bei der Arzneimittelentwicklung beseitigt werden könnten: Das Ergebnis ist die Initiative IMI. Sie steht im Mittelpunkt des „Dreiecks des Wissens“, führt zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor und hilft uns, unsere größten Herausforderungen zu bewältigen – auf wettbewerbsfähige und nachhaltige Weise. Außerdem hat sich gezeigt, dass diese neue Partnerschaft zwischen der Kommission und der Industrie Ergebnisse bringt.“ Arthur J. Higgins, Geschäftsführer von Bayer HealthCare und EFPIA-Präsident erklärte: „Die IMI ist ein klares Bekenntnis Europas, sich an die Spitze der biopharmazeutischen Innovation zu stellen. Im Rahmen dieser Initiative konnten in der Regel konkurrierende Arzneimittelunternehmen in bislang einzigartiger Art und Weise gemeinsam mit der Wissenschaft auf eine beschleunigte Entdeckung von Arzneimitteln hinarbeiten.“ Am 16. November 2009 wurde die IMI offiziell autonom, d. h. finanziell und in Bezug auf ihre Arbeitsweise unabhängig von den beiden Gründungsmitgliedern, der Europäischen Kommission und dem EFPIA. Ein neues Team unter der Leitung des neuen Exekutivdirektors Dr. Michel Goldman wird die IMI-Geschäftsstelle in Brüssel führen und für die Gewährung der Finanzhilfen im Rahmen der zweiten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen zuständig sein. Drei der neun Themen der Aufforderung beziehen sich auf das Wissensmanagement, einen zentralen Aspekt bei der Entwicklung wirksamer Arzneimittel. Insbesondere sollen die Datenstandards für Industrie, Wissenschaft und Regulierungsbehörden verbessert werden, damit Wirksamkeit und Sicherheit neuer Arzneimittel besser evaluiert werden können. Außerdem soll der Informationsaustausch erleichtert und damit eine zügigere Arzneimittelentwicklung ermöglicht werden. Bei den sechs anderen Themen geht es um eine größere Wirksamkeit der Arzneimittel gegen Krebs sowie Entzündungs- und Infektionskrankheiten. So liegt der Schwerpunkt eines der Themen auf der Erforschung der Zusammensetzung bösartiger Tumore und ihrer Reaktion auf die Behandlung. Im Rahmen eines anderen Themas soll die Entwicklung besserer, kostengünstigerer und rascherer Diagnoseverfahren für Infektionskrankheiten beschleunigt werden. Für die Aufforderungsthemen besteht reges Interesse. Sie wurden bereits im September bekannt gegeben, um es den Forschungskonsortien zu ermöglichen, ihre Anträge besser abzufassen. Am 17. November 2009 kamen mehr als 420 Vertreter von Wissenschaftlerteams, KMU und anderen Organisationen auf dem Brüsseler Messegelände zum IMI-Informationstag (Open Information Day) zusammen, um Informationen über die Aufforderung aus erster Hand zu erhalten. Weitere Schritte Die Frist für die Einreichung der Vorschläge für die neue Aufforderung läuft am 8. Februar 2010 ab. Die Ergebnisse werden im Sommer 2010 bekannt gegeben. Hintergrund Die Technologieinitiative „Innovative Arzneimittel“ (IMI) wurde 2007 ins Leben gerufen; es handelt sich um eine öffentlich-private Partnerschaft der Europäischen Kommission und der europäischen Pharmabranche, vertreten durch den EFPIA. Mit der IMI soll Europa an die Spitze der biopharmazeutischen Innovation gelangen, und die Entdeckung und Entwicklung von Arzneimitteln soll effizienter werden. Ihr Budget beläuft sich von 2008 bis 2017 auf insgesamt 2 Mrd. EUR, wobei jeweils 1 Mrd. EUR von der Europäischen Gemeinschaft und von der Industrie bereitgestellt werden. Die erste Aufforderung der IMI zur Einreichung von Vorschlägen wurde im April 2008 veröffentlicht. Von den 134 eingereichten Vorschlägen wurden 15 ausgewählt und mit 246 Mio. EUR unterstützt. Weitere Informationen zur IMI und zur zweiten Aufforderung: www.imi.europa.eu . Siehe auch IP/09/1310 , IP/09/802 und IP/08/662 . Liste der Themen der zweiten IMI-Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen: 1. Bildgebungs-Biomarker für die Entwicklung von Arzneimitteln für die Krebstherapie 2. Neue Instrumente der Zielvalidierung zur Verbesserung der Wirksamkeit von Arzneimitteln 3. Molekulare Biomarker: schnellere Entwicklung von Krebstherapien und bessere Behandlung der Patienten 4. Beschreibung und Entwicklung von am Behandlungsort durchführbaren Schnellverfahren für bakterielle Diagnosen mit dem Ziel der Vereinfachung von klinischen Versuchen und klinischer Praxis 5. Untersuchung aberrierender adaptiver Immunitätsmechanismen 6. Translationale Erforschung chronischer, immunvermittelter Krankheiten: Brückenschlag zwischen Tiermodellen und dem Menschen 7. Arzneimittel-/Krankheitsmodelle: Bibliothek & Rahmen 8. Offener Pharmakologieraum 9. Elektronische Patientenakten.