IP/09/ 1887 Brüssel, 8. Dezember 2009 Europäischer Master „Übersetzen“: Das EMT-Netz nimmt seine Arbeit auf Das EMT-Netz, das Anbieter von Masterstudiengängen „Übersetzen“ vereint, kommt am 8. und 9. Dezember in Brüssel zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Die angeschlossenen Hochschulen werden die Leitungsstruktur des Netzes festlegen und über das Anforderungsprofil der Übersetzer von morgen beraten. Im September sind 34 Masterstudiengänge aus ganz Europa für zunächst einmal vier Jahre als Mitglieder in das EMT-Netz aufgenommen worden. Einen weiteren Bewerbungsaufruf wird es Ende 2010 geben. Mit dem EMT-Netz ist ein Qualitätssiegel für Übersetzungsstudiengänge auf Master-Niveau entstan­den. Hierdurch wird der Weg frei für eine hochwertige Ausbildung, die den beruflichen Horizont der angehenden Übersetzerinnen und Übersetzer erweitert und den Arbeitsmarkt (darunter auch den öffentlichen Dienst) mit fachkundigen Absolventen versorgt. Leonard Orban, EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit, erklärte: „ Das Übersetzen ist ein Beruf mit Zukunft. Dies zeigt auch eine Studie über die Sprachindustrie, die wir vor kurzem vorgestellt haben. Zugleich ist es ein Beruf, der sich ständig weiter­entwickelt und zu dem ebenfalls Untertitelung, Lokalisierung und Redaktion (auch für das Internet) gehören. Bisweilen sind darüber hinaus andere, nicht rein übersetzerische Kompetenzen gefragt, zum Beispiel die Fähigkeit, ein Projekt zu managen, mit Kunden zu verhandeln, sich seine Zeit und sein Geld einzuteilen, Rechnungen zu schreiben. Beim EMT-Projekt werden erstmals all diese Aspekte berücksichtigt. Falls das Projekt dazu führt, die Debatte darüber zu beleben, was einen erstklassigen Übersetzungsprofi ausmacht, würde es nebenbei eine Beitrag dazu leisten, die Forschung auf diesem Gebiet zu leiten und längerfristig die Qualität der Ausbildung von Übersetzerinnen und Übersetzern zu erhöhen.“ In ihrer ersten Sitzung werden die Mitglieder den Rat des EMT-Netzes wählen und drei Arbeitsgruppen einsetzen . Die Gruppen bilden ein Forum für Diskussio­nen und Maßnahmen in drei großen Themenbereichen, die etwas mit der Ausbildung von Übersetzern zu tun haben: Zukunft des Berufs, Hilfsmittel und Technologie (angewandte Forschung), Studium und Lernziele. Der erste Sitzungstag ist Beratungen unter den Mitgliedern gewidmet. Am zweiten Tag können auch jene Hochschulen zur Weiterentwicklung des Projekts beitragen, deren Aufnahmeanträge beim ersten Bewerbungsaufruf abgelehnt wurden. Zweck diese r Sitzung des EMT-Netzes ist es, einen zukunftsgerichteten Refle­xions­­prozess darüber anzustoßen, welche Kompetenzen Übersetzerinnen und Übersetzer künftig benötigen und welche Kompetenzen die EMT-Hoch­schulen folglich vermitteln sollten. Gemäß den derzeitigen Kriterien, die im September die Auswahl der besagten 34 Studiengänge bestimmt haben, erlangen die Studie­ren­den solcher mit dem EMT-Qualitätssiegel ausgezeichneten Studiengänge die not­wendigen Kompetenzen für Übersetzungsdienstleistungen (im weitesten Sinne), einschließlich aller Formen der mehrsprachigen und multimedialen Kommuni­ka­tion. So werden sie sich die Fähigkeit aneignen, eine Übersetzungsdienst­leistung zu erbringen ; dazu gehört u. a., für das eigene Angebot zu werben, Kundenkontakte zu pflegen, Termine zu planen und ein Budget zu managen und Rechnungen zu schreiben. Sie werden außerdem sprachliche und interkulturelle Kompetenzen erwerben, also u. a. die Fähigkeit, Texte zusammenzufassen und Anspielungen und Wortspiele zu verstehen. Ferner werden sie lernen, wie man Informationen sucht , sowie ihre technologischen (Übersetzungs‑ und Termino­logiesoftware, Datenverwaltung usw.) und ihre fachlichen Kompetenzen (Fach­wissen bzw. Kenntnisse besonderer Anwendungen) erweitern. Eine Video-Aufzeichnung der Konferenz können Sie hier abrufen: http://scic.ec.europa.eu/str/basic/charduri/ The conference can be viewed on 8 December from 9:30 to 16:00 and on 9 December from 9:30 to 12:00 and from 15:00 to 17:30. Liste der ausgewählten EMT-Studiengänge: http://ec.europa.eu/dgs/translation/programmes/emt/network/index_de.htm Weitere Einzelheiten zum EMT-Projekt: http://ec.europa.eu/dgs/translation/programmes/emt/index_de.htm