IP/09/723 Brüssel, 8. Mai 2009Kohäsionspolitik auf höchstem Niveau: Kommissarin Hübner spricht auf der ersten Spitzenkonferenz über regionale Governance im globalen KontextAm 11. Mai wird die für Regionalpolitik zuständige Kommissarin Danuta Hübner die Eröffnungsansprache auf der Konferenz „Regionale Governance im globalen Kontext“ in Brüssel halten. Auf dieser ersten Veranstaltung ihrer Art werden 300 Teilnehmer zusammenkommen, darunter Präsidenten europäischer Regionen sowie Repräsentanten Brasiliens, Russlands, Chinas, Kanadas, Paraguays, Senegals, Burkina Fasos und anderer Länder, außerdem Vertreter von Regionalorganisationen wie OLAGI (Organización Latinoamericana de Gobiernos Intermedios – Lateinamerikanische Organisation der Regionalregierungen) und Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion. Mit der Veranstaltung soll eine Bestandsaufnahme der Erfahrungen aus der EU-Kohäsionspolitik und ähnlichen Politikkonzepten in anderen Weltregionen angesichts zunehmenden Interesses für dieses Politikfeld im Rahmen der EU-Außenbeziehungen vorgenommen werden. Schlüsselfrage wird sein, wie eine effektivere Governance aussehen kann, damit die Regionalentwicklungspolitik ihr Potenzial voll entwickeln kann. Im Vorfeld der Konferenz erklärte die Kommissarin: „Viele Länder in der ganzen Welt stehen vor ähnlichen Herausforderungen: in erster Linie die globale Wirtschaftskrise, aber auch das Altern der Bevölkerung, die Risiken aufgrund des Klimawandels und die Frage der Energieversorgung. In der Europäischen Union arbeiten wir an für beide Seiten fruchtbaren Partnerschaften mit Ländern außerhalb der EU. Wir sehen, dass viele Länder wachsendes Interesse am Modell der EU-Kohäsionspolitik und den Erfolgen bei der Förderung einer ausgewogenen Regionalpolitik und neuer Möglichkeiten zeigen. Diese Konferenz ist eine einmalige Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.“ Die zweitägige Konferenz wird von der Generaldirektion Regionalpolitik der Europäischen Kommission in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion Entwicklung, dem Ausschuss der Regionen und dem Forum of Global Associations of Regions (FOGAR) veranstaltet. Dabei werden sowohl die Erfahrung der EU auf dem Gebiet der Kohäsionspolitik als auch verschiedene Entwicklungsmodelle, Möglichkeiten des Erfahrungsaustauschs bei der grenzübergreifenden Zusammenarbeit und die Rolle europäischer Regionen bei der Förderung von Partnerschaften mit anderen Regionen unter die Lupe genommen. Nutzung der Erfahrungen aus der europäischen Kohäsionspolitik In ihrer Rede wird Kommissarin Hübner auf die zentrale Prämisse der Kohäsionspolitik eingehen, die Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts durch Verringerung von Diskrepanzen im Entwicklungsniveau zwischen Mitgliedstaaten und Regionen. Auch wenn dies die vorrangige Rolle dieser Politik bleibt, haben sich doch die Herausforderungen für die europäischen Regionen im Laufe der Zeit gewandelt, und die Kommissarin wird die Entwicklung der EU-Politik im Hinblick auf die neuen Realitäten und die Notwendigkeit eines stärker strategisch orientierten und wirksameren Handelns hervorheben. Sie wird darlegen, dass die neuen Herausforderungen Globalisierung, Klimawandel und demografischer Wandel eine deutliche „territoriale“ Dimension aufweisen, die ein Handeln auf lokaler und regionaler Ebene erfordert. Kommissarin Hübner wird auch die wichtigsten Erfolge der Kohäsionspolitik sowie einige der Lektionen aus der Umsetzung dieser Politik darstellen, was für außereuropäische Länder von Nutzen sein kann. Die Konferenz umfasst drei Workshops: „Regionale Antworten auf globale Herausforderungen“: Hier geht es um den Beitrag verschiedener Systeme der regionalen Governance zu Entwicklungsprogrammen innerhalb und außerhalb der EU. „Die Rolle der regionalen Kooperation in einer globalisierten Welt“: Hier sollen die zunehmende Einbeziehung der europäischen Regionen bei der Entwicklungsförderung für Städte und Regionen in der übrigen Welt und die Frage untersucht werden, wie regionale Netze zu Entwicklung und Nachhaltigkeit beitragen können. „Regionale Unterschiede zwischen Schwellenländern“: Auf dieser Abschlusssitzung soll das Ausmaß der Ungleichheit in verschiedenen Teilen der Welt geprüft und untersucht werden, ob ein geografischer Ansatz, wie ihn die Kohäsionspolitik der EU darstellt, der effektivste Weg zum Umgang mit solchen Ungleichheiten ist. Hinweis für Redakteure Die EU hat bilaterale Vereinbarungen mit China, Russland und Brasilien geschlossen, mit denen die Kooperation in der Regionalpolitik gestärkt werden soll; eine ähnliche Vereinbarung mit der Ukraine wird in Kürze unterzeichnet. Zu den gemeinsamen Interessen gehören Instrumente zur Förderung einer innovationsorientierten Regionalentwicklung, die Klassifizierung und Definition von Regionen sowie die Raumplanung. Das Europäische Parlament hat kürzlich die Mittel (2 Mio. EUR) für ein Pilotprojekt zur Förderung der Kohäsionspolitik auf globaler Ebene bewilligt. Weitere Informationen zu dieser Konferenz: http://ec.europa.eu/regional_policy/conferences/globalreggov/index_en.htmWeitere Informationen zu internationalen Fragen im Rahmen der EU-Kohäsionspolitik: http://ec.europa.eu/regional_policy/international/index_en.htm