IP/09/1779 Br üssel, den 20. November 2009 Kommission verabschiedet Nahrungsmittel-hilfeprogramm 2010 Die Europäische Kommission hat heute ihr Nahrungsmittelhilfeprogramm für bedürftige Bevölkerungsgruppen für 2010 veröffentlicht. Ursprünglich mit dem Gedanken aufgelegt, überschüssige Bestände an Agrarerzeugnissen („Interventionsbestände“) an Bedürftige abzugeben, wurde das Programm Mitte der 1990er Jahre erweitert und die Möglichkeit geschaffen, die Interventionsbestände unter bestimmten Umständen durch Käufe am Markt zu ergänzen. In diesem Jahr allerdings kann der Bedarf weitgehend durch die verfügbaren Interventionsbestände (Getreide, Zucker, Milchpulver, Butter) gedeckt werden, und Zukäufe sind nur begrenzt erforderlich. Für das Programm werden wie im bereits 2009 Haushaltsmittel in Höhe von 500 Mio. Euro bereitgestellt. 19 Mitgliedstaaten haben dieses Jahr beschlossen, am Programm teilzunehmen. Mariann Fischer Boel, EU-Kommissarin für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, erklärte hierzu: „Dieses Programm bietet der Europäischen Union die konkrete Möglichkeit, bedürftigen Bevölkerungsgruppen in unserer Gesellschaft zu helfen. Seine reibungslose Umsetzung ist ganz entscheidend, damit die Erzeugnisse auch wirklich diejenigen erreichen, die auf diese Art der Unterstützung besonders angewiesen sind.“ Hintergrund Das Programm zur kostenlosen Verteilung von Lebensmitteln an stark benachteiligte Personen in der Gemeinschaft wurde im außergewöhnlich kalten Winter 1986/87 gestartet. Damals wurden Wohltätigkeitsorganisationen in den Mitgliedstaaten Lebensmittel aus den Überschussbeständen der Europäischen Gemeinschaft zur Verteilung an Bedürftige zur Verfügung gestellt. Anschließend wurde das Programm auf der Grundlage verfügbarer Interventionsbestände als dauerhafte Maßnahme eingeführt. Die Regelung erlaubte es den Mitgliedstaaten, öffentliche Überschussbestände für die Nahrungsmittelhilfe freizugeben. Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) Anfang der 1990er Jahre hatte eine drastische Reduzierung der gemeinschaftlichen Interventionsbestände zum Ziel, gestattete aber unter bestimmten Umständen Zukäufe. Dieses Jahr allerdings konnten die benötigten Mengen größtenteils aus den verfügbaren Beständen gedeckt werden und es waren kaum Käufe auf dem Markt erforderlich. Da die Interventionsbestände jedoch auf Dauer abgebaut werden sollen, wurde ein Reformentwurf ausgearbeitet, um das Programm an die Entwicklung der GAP anzupassen und seine wirksame Umsetzung zugunsten stark benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Dieser Reformentwurf liegt dem Rat zur Annahme vor. Die Teilnahme der Mitgliedstaaten an dem Programm, das jedes Jahr von der Kommission neu verabschiedet wird, ist freiwillig. Hilfeempfänger sind in der Regel verschiedene bedürftige Personengruppen wie Familien in Schwierigkeiten, mittellose ältere Menschen, Obdachlose, Behinderte, gefährdete Kinder, arme Erwerbstätige, Wanderarbeitnehmer oder Asylbewerber . M itgliedstaaten, die an dem Programm teilnehmen möchten, teilen dies der Kommission am Jahresanfang mit und melden ihren Lebensmittelbedarf an. Außerdem muss ein nachträglicher Bericht über die Durchführung des Programms vorgelegt werden. Obwohl der Lebensstandard in der EU durchschnittlich zu den höchsten der Welt gehört, gibt es auch hier Menschen, die sich nicht ausreichend ernähren können. Nach jüngsten Schätzungen leben im Schnitt 17 % der EU-Bevölkerung am oder unter dem Existenzminimum und sind von Ernährungsarmut bedroht, d. h. sie können sich nicht einmal jeden zweiten Tag eine ausgewogene Mahlzeit leisten. Über die Nahrungsmittelhilfe ist sichergestellt, dass einer der ältesten Bereiche öffentlicher europäischer Politik, die GAP, auch den ärmsten Bürgern Europas zugute kommt. Weitere Informationen und Unterlagen sind abrufbar unter : http://ec.europa.eu/agriculture/marke ts/freefood/index_de.htm Anlage 1: Mengen der einzelnen Erzeugnisse aus Interventionsbeständen zur Verteilung in den Mitgliedstaaten im Rahmen des Programms 2010 Anlage 2: Haushaltsmittel zur Verfügung der Mitgliedstaaten im Rahmen des Programms 2010 An lage 1 Mengen der einzelnen Erzeugnisse aus Interventionsbeständen zur Verteilung in den Mitgliedstaaten im Rahmen des Programms 2010 (in Tonnen) Mitgliedstaat Getreide Butter Milchpulver Zucker Belgique/België 29.067 1.285 - 1.507 България 54.104 - - 1.724 Česká republika 302 20 22 9 Eesti 5.147 - 1 - Eire / Ireland - 350 - - Elláda 64.397 - 5.889 - España 181.248 9.335 1.603 3.483 France 168.998 13.033 12.050 3.247 Italia 283.206 20.000 18.166 4.006 Latvija 22.951 - 969 - Lietuva 40.317 145 1.212 1.182 Magyarország 95.687 - - 1.938 Malta 4.740 - - - Polska 387.305 1.901 17.952 10.823 Portugal 47.522 5.079 1.826 1.045 România 135.555 - 4.500 5.577 Slovenija 9.810 - 600 289 Suomi / Finland 25.371 - 500 - insgesamt 1.555.726 51.148 65.290 34.832 Anlage 2 Haushaltsmittel zur Verfügung der Mitgliedstaaten im Rahmen des Programms 2010 (in EUR) Mitgliedstaat Aufteilung Belgique/België 7.806.433 България 8.565.832 Česká republika   133.893 Eesti 761.012 Éire/Ireland 818.816 Elláda 20.044.478 España 52.623.664 France 78.103.609 Italia 122.456.856 Latvija 5.119.849 Lietuva 8.859.115 Luxembourg 107.483 Magyarország 14.770.126 Malta 698.841 Polska 97.405.034 Portugal 22.516.761 România 29.951.704 Slovenija 2.619.927 Suomi/Finland 4.636.567 insgesamt 478 000 000